Korallen

Korallen: Nesseltiere am Meeresgrund

Korallenanhänger

Korallen werden auch Blumentiere genannt. Bei Korallen handelt es sich um in allen Meeren vorkommende Nesseltiere, die meist festsitzen. Es gibt weltweit weit über 6.000 Arten und etwa 20 davon auch in Nord- und Ostsee. Korallen sind koloniebildend und als solche sehr wichtige Riffbildner. Korallenriffe entstehen, weil das tote Material von Korallen fortwährend von neu wachsenden Korallen überwuchert wird. Die Riffe sind in vielen Meeren durch die Umweltzerstörung bedroht. Häufig sind Korallen schön bunt gefärbt. Sie haben Tentakelkronen von wenigen Millimetern bis hin zu eineinhalb Metern Durchmesser. Die schönsten und bizarrsten Steinkorallen leben in tropischen und subtropischen Gebieten. Neben Steinkorallen gibt es auch Weichkorallen, die aber für die Schmuckherstellung keine Bedeutung haben. Zu Schmuck werden vor allem Korallenäste von tiefroter Farbe verarbeitet. Schon in der Antike wurden solche Korallen als Amulette und Glücksbringer verwendet. Im Alten Ägypten ordnete man die Koralle der Isis zu und im antiken Rom der Venus. Korallen schützten nach damaligen Glauben vor Krankheit, Misswuchs, Blitzschlag und anderen Naturkatastrophen. Im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden aus Korallen Rosenkränze gefertigt, die Paternoster-Krallen genannt wurden. Sie sollten vor allem Kinder beschützen. Aus dieser Zeit findet man häufig Darstellungen des Jesuskindes mit Korallenhalsband und Korallenkette. Die Koralle galt als Symbol und Attribut für die Kindheit. Für die Herstellung von einmalig schönem Korallenschmuck wird die Edelkoralle Corallium rubum verwendet. Sie wächst im Mittelmeer und im Atlantik. Das Schmuckmaterial liefert die Kalkachse der Korallen. Korallen werde wie in Urzeiten von Tauchern vor Inseln wie Sardinien und Korsika und in Tunesien gefischt. Das Zentrum der Korallenschmuckherstellung ist Torre del Greco nahe von Neapel.