Legierung

Legierungen

Das Wort Legierung kommt aus dem Lateinischen beziehungsweise Italienischen von „legare“ und bedeutet so viel wie „verbinden“ oder auch „vereinen“. Gemeint sind metallische Werkstoffe aus wenigstens zwei oder mehreren Metallen. Oft gehen auch noch zusätzliche Stoffe, beispielsweise Nichtmetalle wie Silicium, Kohlenstoff oder Bor, in Legierungen ein. Je nach Zahl der Legierungskomponenten spricht man von binären, tenären, quaternären oder höheren Legierungen. Die überwiegende Komponente wird als Basis- oder Grundmetall bezeichnet. Zudem wird nach der Zahl der Gefügebestandteile und Phasen zwischen ein- und mehrphasigen (homogenen und heterogenen) Legierungen unterschieden. Bei der Herstellung von Legierungen kommen Techniken wie das Schmelzen, Gießen, Sintern, Zersetzten oder Pressen zum Einsatz. Durch Legierungen werden in der Regel die guten Eigenschaften des Grundmetalls noch verbessert. Die Bezeichnungen von Legierungen erfolgen meist nach dem Grundmetall. So wird etwa von Kupfer-, Blei-, Zinn-, Eisen- und Aluminiumlegierungen gesprochen. Auch alte Bezeichnungen wie Messing und Bronze sind durchaus noch gebräuchlich. Wenn Legierungskomponenten zu besonders charakteristischen Eigenschaften führen, können sie ebenfalls namensgebend sein. Beispiel hierfür ist die Beryllium-Legierung. Mitunter werden Legierungen auch nach ihrem Erfinder benannt, wie die Heuslersche Legierung. Erste Legierungen von Kupfer und Zinn zu Bronze gelangen nachweislich schon im vierten vorchristlichen Jahrtausend in Palästina. Die gesamte damalige Kulturepoche wird heute Bronzezeit genannt. Bronze ist bis heute das bevorzugte Material für Plastiken aus Guss. Auch Messing wurde schon um 3.000 vor Christus in Assyrien und Babylon aus Kupfer und Zink legiert. Messing wird übrigens auch als Gelbguss bezeichnet. Aus Messing wurden damals Münzen und Schmuck hergestellt. Eisenlegierungen waren bereits in prähistorischer Zeit bekannt und sehr wertvoll, weil selten. Denn man fand sie bereits in legierter Form als Meteoriten vor. Im 3. Jahrtausend vor Christus gelang es schließlich in Mesapotamien, Ägypten und Anatolien Eisen zu verhütten. Waffen und Werkzeuge wurden damit noch viel funktionsfähiger. Die Eisenzeit löste zudem die Bronzezeit ab. Legierungen haben heute in allen Bereichen ein breites Anwendungsspektrum und auch für die Schmuckindustrie sind sie unverzichtbar.