Seit wann werden perlen gezüchtet

Seit wann werden Perlen gezüchtet?

Perlenkette

Der größte Teil der in der Schmuckindustrie verwendeten Perlen stammt heute aus Züchtungen in Muschelbänken. Der größte Durchbruch in der Perlenzucht gelang nach 1900. Der deutsche Psychologe und Zoologe Friedrich Wilhelm Alverdes wies 1913 nach, dass durch die Verlagerung von Drüsengewebe in das Bindegewebe von Muscheln Perlen entstehen. Der von Perlen begeisterte Japaner Kokichi Mikimoto hatte bereits im Jahr 1888 eine erste Perlenzuchtfarm eröffnet. Um 1920 gelang es ihm, die ersten, perfekt runden Perlen auf den Markt zu bringen. Seine Methode der Perlenzucht ging wahrscheinlich auf zwei andere Japaner zurück, die ihrerseits dieses Verfahren von einem Australier namens Willian Saville-Kent übernommen hatten. Die Perlenzucht ist jedoch viel älter. Bereits im fünften Jahrhundert nach Christus wurden in China sogenannte Buddha-Perlengezüchtet. Dafür wurden in Süßwassermuscheln kleine Buddhafiguren aus Gips, Elfenbein oder auch Blei eingebracht, die dann über einen langen Zeitraum von Perlmutt überzogen wurden. Diese „Perlen“ galten als heilig und waren sehr wertvoll. Der berühmte schwedische Naturwissenschaftler und Zoologe Carl von Linné war ebenfalls ein Pionier der Perlenzucht. Im Jahr 1758 gelang es ihm mit Hilfe eines gebogenen Silberdrahtes einen Gipskern in eine Süßwassermuschel einzubringen. Auf diese Weise gelang es ihm, eine runde Perle zu züchten. Er verwendete dafür Malermuscheln, die auch hierzulande in Flüssen und Seen verbreitet sind. Er ließ sich das Verfahren patentieren und verkaufte es später. Praktische Anwendung fand es jedoch nie und geriet so mit der Zeit wieder in Vergessenheit. Neben der Malermuschel sind übrigens nur sehr wenige von den weltweit 10.000 Muschelarten für die Züchtung von Schmuckperlen geeignet.