Weißgold

Alles über die Legierung Weißgold oder Graugold

Weißgold-Barren

Um 1900 fassten Goldschmiede in Europa wertvolle Steine, insbesondere farblose Brillanten, bevorzugt in Platin. Die silbergraue Farbe des Platins setzte die Steine besonders vorteilhaft ins Licht. Das Platin wurde aus Russland importiert. Wegen der politischen Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts blieben die Lieferungen von Platin aus Russland schließlich aus. Ein Ersatz musste her, den das mit der Zeit schwarz anlaufende Silber nicht wirklich bot. In Deutschland wurde daher um 1912 in der Schmuck- und Goldstadt Pforzheim mit Weißgold ein Ersatz entwickelt, der dem Platin in Eigenschaften und Aussehen fast ebenbürtig war. Unter Weißgold bei Schmuck versteht man Goldlegierungen mit Palladium oder auch mit Platin, Silber und Nickel. Je nach hinzugefügter Komponente hat Weißgold eine silbergraue bis blassgelbe Farbe. Aufgrund seiner Erscheinungsform kann Weißgold auch den Namen Graugold tragen. Dieser Name kommt eigentlich aus dem französischen Sprachraum und bezeichnet dort als „or gris“ sämtliches Weißgold als Graugold. Palladium, Silber und weitere Platinmetalle entfärben das Gold. Die Entfärbung des Goldes erfolgt kontinuierlich. Viele weitere Metalle können mit Gold weiße Legierungen hervorbringen. Dazu gehören auch Eisen und Quecksilber. Für Schmuck sind solche Verbindungen natürlich wenig sinnvoll, zumal Eisen auch durch eine Legierung mit Gold nicht rostfrei wird. Nickelhaltiges Weißgold ist in der Schmuckindustrie ebenfalls unvorteilhaft, weil es allergische Reaktionen hervorrufen kann. Die teuerste Weißgoldform ist eine Legierung aus Gold und Platin. Sie ist sehr schwer und gut ausgehärtet. Eine sehr gute Weißgoldlegierung und eine echte Alternative zum Platin oder Platinzusatz bietet das Platinmetall Palladium. Schmuckstücke aus Weißgold werden oft auch mit einer dünnen Schicht aus Rhodium überzogen. Bei Verwendung von Palladium als Legierungspartner ist das jedoch nicht nötig. Schmuck aus Weißgold ist auch heute noch vor allem in Verbindung mit Brillanten äußerst beliebt.

Qualitätvolles Weißgold: edel, beständig und robust

Hochwertige Weißgoldlegierungen sind deutlich beständiger als reines Gold. Schmuck mit sehr hohem Goldanteil verformt sich leicht und zerkratzt. Bei qualitätvollem Weißgold kann das nicht passieren. Die Bezeichnung Weißgold sagt aber erst einmal nichts über die genaue Zusammensetzung der Legierung aus. Über die Zusammensetzung gibt die dreistellige Punzierung Auskunft. Je höher die dreistellige, punzierte Ziffer ist, um so höher ist die Qualität der Weißgoldlegierung. Bei einer 750er Punzierung beispielsweise, die 18 Karat entspricht, können Sie sich auf eine hohe und edle Qualität der Edelmetalllegierung verlassen. Ein Feingehalt von 14 Karat und einer Punzierung von 585 ist ebenfalls hochwertig, sehr robust und das Material bietet gute Trageeigenschaften sowie eine stabile Farbqualität. Juweliere empfehlen für Trauringe und andere hochwertige Schmuckstücke aus Weißgold in der Regel Legierungen mit einem Feingehalt ab 585.

Hochwertige Weißgoldlegierungen bieten viele Vorteile

Hochwertige Weißgoldlegierungen wirken besonders erlesen und kostbar. Aus diesem Material gearbeitete Schmuckstücke haben eine tolle Ausstrahlung und verfügen über eine hohe Festigkeit. Die Farbe ist beständig, denn sie ist nicht nur oberflächlich, sondern durchgängig. Kleine Kratzer werden sich also nicht auf die Farbigkeit solcher Schmuckstücke auswirken. Schmuckstücke aus hochwertigem Weißgold sind durchaus zum täglichen Tragen geeignet. Weißgold wird deshalb auch für Eheringe empfohlen, von denen man Robustheit und eine lange Lebensdauer erwartet. Solche Ringe und andere Schmuckstücke aus qualitätvollem Weißgold sind absolut anlaufsicher, beständig gegen Hitze, Lufteinflüsse, säurehaltige Flüssigkeiten und sie korrodieren nicht. Besonders edel wirkt Weißgold in Kombination mit farblosen Brillanten, aber auch mit roten, blauen und grünen Edelsteinen.